Bemessungsmodell für Dickschichtklebungen in Katastrophenszenarien
IGF-Vorhaben-Nr.:
01IF22888N
Laufzeit:
01.04.2023
-
30.09.2025
Forschungseinrichtungen:
Institut für Füge- und Schweißtechnik
Fachgebiete:
NB Bauforschung, MB Fertigungstechnik, auch: Umformtechnik, Fügetechnik, Oberflächentechnik
KB Werkstoffe, Materialien, MA Produktionstechnologien, auch: Konstruktion
Wirtschaftszweige:
41 Hochbau, 28 Maschinenbau
30 Sonstiger Fahrzeugbau, 24 Metallerzeugung und -bearbeitung
Vorhabenbeschreibung:
Strukturelle Dickschichtklebungen im Glas- und Fassadenbau werden durch planmäßige Einwirkungen, wie Wind, Temperatur oder Eigengewicht, belastet. Zusätzlich müssen je nach Einbausituation außergewöhnliche Lastfälle, wie z.B. Einwirkung aus dynamischer Erdbebenbeanspruchung oder durch Anprall berücksichtigt werden, für welche aktuell jedoch kein anerkannter Vorschlag zur Bemessung existiert.
Im Rahmen dieses Projekts wird ein ingenieurmäßiges Bemessungsmodell für Dickschichtklebungen unter Katastrophenszenarien entwickelt. Dabei werden die für den Werkstoff relevanten Einwirkungsparameter analysiert und der entsprechenden Materialkenngröße gegenübergestellt. Die Forschungsergebnisse dienen zur Abschätzung von Risiken bei Eintritt entsprechender Szenarien, aber auch zur Bewertung der Nutzungstauglichkeit nach solch einem Ereignis. Konkret werden anhand zuvor ermittelter Belastungskollektive die Einflüsse durch zyklisch mechanische Alterung und hohe Belastungsgeschwindigkeiten ermittelt. In Großbauteilversuchen wird das positive Werkstoffverhalten der Energiedissipation für typische Konstruktionen betrachtet. Auf Grundlage der Experimente an Klein- und Großproben wird ein Vorschlag für ein Berechnungsmodell erarbeitet.
Die zu erarbeitenden Ergebnisse sind für KMU direkt nutzbar. Sie werden als Beurteilungsgrundlage insbesondere in den frühen Projektphasen zum Erlangen der Planungssicherheit angewendet, um Sicherheitsbedenken auszuräumen. In der Genehmigungsphase und der anschließenden Umsetzung können sie als Grundlage zur Bemessungen herangezogen werden und wirtschaftlichere Dimensionierung von Klebverbindungen ermöglichen. Auch baufremde Industrie- und Wirtschaftszweige wie der Schienenfahrzeugbau haben aufgrund der guten Übertragbarkeit der Ergebnisse Interesse an dieser Forschung angemeldet und die Ergebnisse werden in die DVS-Richtlinie „Nachweisführung klebtechnischer Verbindungen“ einfließen.